Seminare und Vorträge


 

Workshop 9. – 10. 3. 2018
Erlebnisorientiertes systemisches Arbeiten am Lebensflussmodell
Dipl.Psych. Kathrin Löschner, Dresden

Das Anmeldeformular erhalten Sie hier

Abstract
Das Lebensflussmodell kann als ein Leitbild systemischen Denkens und Handelns betrachtet werden. Gleichzeitig ist die Arbeit eine erlebnisorientierte Methode innerhalb der Systemischen Beratung und Therapie.
Wir wählen den Lebensfluss als eine grundlegende Metapher in der Arbeit mit  Klient*innen, weil er die Möglichkeit bietet, das Leben als Veränderungsprozess abzubilden, zu begleiten und zu bearbeiten. Alle Prozesse finden in der Zeit statt. Menschen begegnen uns für einen kurzen Moment in der Gegenwart. Sie bringen ihre Vergangenheiten mit und wollen Schritte in die Zukunft gehen. Systeme bewegen sich in der Zeit. Die Bewegung von Systemen ist mittels des Lebensflusses über die Zeit hin bestens abbildbar.
Außerdem können entlang des Lebensflusses externalisierte Innensysteme, andere Systeme – Familien, Teams… aufgebaut werden und damit in ihrer Wechselwirkung, Veränderung, in ihrer Entwicklung gesehen werden. Am Fluss können Systeme stehen und es wird sichtbar- wer ist beteiligt, wie stehen die Menschen zueinander.
Individuelle Entwicklungsaufgeben lassen sich in dieser Metapher im Sinne von Herausforderungen und Lösungsansätzen darstellen.
Über die einfache Zeitlinie  Vergangenheit- Gegenwart- Zukunft hinaus gibt uns das Lebensflussmodell die Möglichkeit von Tiefe und Differenziertheit:
Es ermöglicht Blicke auf Ressourcen und Lösungsstrategien in der Geschichte, auf alte Konflikte, Zukunftsbilder, Einflüsse/Zuflüsse/ Familienzuwachs, menschliche Begegnungen in der Flusslandschaft, Positionen einzelner Menschen am Fluss und zueinander, Familiengeschichte, -erbe, „Verschmelzungen“ und Trennungen…
Der Entwicklungsgedanke ist dem Lebensflussmodell immanent - alles ist im Fluss, es geht immer weiter, die Sicherheit ist die Veränderung, Veränderung ist das Beständige. „Über das Denken in meiner Gegenwart kann ich Geschichten in der Vergangenheit für mich betrachten und kann ich auch Zukunft gestalten“.
Dem Prinzip Veränderung kann man sich nicht entziehen.
Mittels der Flussmetapher kann Vielfalt menschlichen Lebens abgebildet werden, innerhalb eines Lebens und zwischen verschiedenen Leben.
Die Lebensfluss-Arbeit ermöglicht den Klient*innen eine aktive Darstellung von Vergangenheits-, Gegenwarts- und Zukunftsvorstellungen. Die Arbeit mit dem Lebensflussmodell ist für Einzelpersonen(Kinder, Jugendliche, Erwachsene), für Paare und Familien nutzbar. Sie bietet vielfältige Möglichkeiten des Perspektivwechsels, der Erschließung eigener Ressourcen und neuer Entwicklungsimpulse.
Das Seminar beinhaltet eine Einführung in das Lebensflussmodell als Leitbild Systemischen Arbeitens und als eine erlebnisorientierte therapeutische Methode. Im Seminar haben Teilnehmer*innen Gelegenheiten, eigene Erfahrungen mit der Methode zu sammeln und es werden vielfältige Anwendungsmöglichkeiten für die beraterisch/therapeutische Praxis vermittelt.

Kathrin Löschner (Dresden), Psychologische Psychotherapeutin; Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (tiefenpsychologisch fundierte PT); Arbeit in Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie. Seit 1993 in eigener Praxis tätig (kassenärztliche Zulassung / freie Praxis). Systemische Therapeutin / Familientherapeutin; Supervisorin; Lehrtherapeutin (DGSF). Erfahrungsschatz: systemische Einzel- und Familientherapie; Supervisionserfahrung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, in Vereinen und Beratungsstellen. Langjährige Lehrtätigkeit. Seit 1998 Weiterbildungsleiterin des FamThera Instituts.

_____________________________________________________________

 

 

3 - teiliger Workshop

Die Musik, die wir sind“ -  Systemisches Arbeiten mit inneren Persönlichkeitsanteilen
Prof. Dr. Ulrich Pfeifer-Schaupp

Termine: 3 x 1,5 Tage:  23./24.3.;  22./23.6. und 14./15.9.2018
Ort: Klinik f. Psychosomatische Medizin, Hauptstr. 8, Freiburg, 2. OG
Zeiten: Freitag von 15.30 bis 19 Uhr, Samstag von 9 bis 18 Uhr
Kosten: 450,- €

Das Anmeldeformular erhalten Sie hier

Abstract
Unsere innere Vielfalt kann ein großer Reichtum sein, aber auch eine Quelle von Schwierigkeiten und Leiden – sowohl bei Professionellen als auch bei KlientInnen. Persönlichkeitsanteile scheinen manchmal förmlich miteinander zu „kämpfen“. Sie bilden ähnliche Muster und Koalitionen wie die Personen in sozialen Systemen. Die systemische Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen ergänzt und erweitert die „äußere systemische Arbeit“ um eine wichtige Dimension. Manche Schwierigkeiten und Störungen lassen sich besser verstehen und verändern, wenn man auch die innere Dynamik einbezieht und einen wertschätzenden, liebevollen Kontakt mit den unterschiedlichen Anteilen entwickelt.
„Wir sind viele“ – das erkannten schon die großen Weisheitstraditionen: Sufi-Mystiker wie Rumi, die jüdische Kabbala oder die christlichen Wüstenväter und –mütter. Auch in der buddhistischen Psychologie spielen unterschiedliche innere Teile eine wichtige Rolle. Freud und Jung, Perls und die Ego-State-Therapie konzipierten die innere Vielfalt in unterschiedlicher Weise. Aus systemischer Sicht konzipierte Richard Schwartz seit Anfang der 80er Jahre in den USA diese Vielfalt als IFS – Internal Family-Systems-Therapy. Dabei geht es um die systemische Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen. Tom Holmes hat diesen Ansatz weiterentwickelt und insbesondere durch Elemente der Buddhistischen Psychologie angereichert.
Hier spielt das „Selbst“ eine zentrale Rolle: die Instanz der inneren Ruhe, Gelassenheit und des (Selbst)Mitgefühls, die jede von uns in sich hat und von der aus wir uns liebevoll unseren Teilen zuwenden können. Vom „Selbst“ aus zu helfen führt zu einem anderen Umgang mit den Teilen und auch zu einer anderen Art zu helfen oder zu beraten, als wenn wir das von unseren Helferteilen aus tun.
Einfache Meditations- und Achtsamkeitsübungen werden uns helfen, mit dieser Instanz einen guten Kontakt herzustellen.
Die Seminarreihe bietet eine Grundlage zur Nutzung der inneren Vielfalt in der systemischen Praxis. Wir werden das Modell der systemischen Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen und seine Bedeutung für den hilfreichen Umgang mit unserer eigenen inneren Verschiedenheit als BeraterInnen / TherpeutInnen näher kennenlernen. Dann beschäftigen wir uns mit der Begleitung von inneren Prozessen im Kontext von Peergruppenarbeit und kollegialer Beratung. Das schafft die Grundlage zur Nutzung des Modells in der Arbeit mit Klientinnen und Klienten im jeweiligen Arbeitskontext. 

Ulrich Pfeifer-Schaupp, Freiburg
Dr. rer.soc, Systemischer Therapeut und Supervisor (DGSF). Professor für Sozialarbeitswissenschaft an der Evang. Hochschule in Freiburg i.Br.,  Schwerpunkt Klinische Soziale Arbeit. Freiberuflich tätig als Systemischer Therapeut, Supervisor und Weiterbildner.

______________________________________________________________

 

Workshop  9. – 10. 11. 2018

„Bin ich Dir wichtig ?“ -

Emotionsfokussierte Paartherapie in der Praxis

Prof. Dr. Christian Roesler

 

Das Anmeldeformular erhalten Sie hier

 

Abstract

Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT) ist ein in Kanada entwickelter neuartiger Ansatz, mit Paaren zu arbeiten, die sich in schwerwiegenderen Problemen und Krisen befinden. EFT gehört zu den zwei am besten evaluierten Paartherapieansätzen weltweit und ist in Amerika sehr erfolgreich etabliert, in Deutschland aber noch wenig bekannt. Der Ansatz basiert auf der Bindungstheorie und der Sichtweise der Partnerschaft zwischen Erwachsenen als einer Bindungsbeziehung. Daraus ergeben sich ganz spezifische Vorgehensweisen in der Paartherapie und Paarberatung.

Emotionsfokussierte Paarberatung versucht, in einer direkten Arbeit an den Emotionen der Partner die Bindungsbeziehung zwischen den Partnern wieder herzustellen. Der Ansatz verbindet dabei Vorgehensweisen und Haltungen aus der humanistischen Psychologie (Rogers, Gestalt) und dem systemischen Ansatz  mit einem grundlegenden psychodynamisch-bindungsorientierten Verständnis. Die Emotionen und Verhaltensweisen, die Partner im Konflikt zeigen, werden dabei als Oberflächenphänomene betrachtet, hinter denen tiefenpsychologisch betrachtet tiefe Bindungs-Bedürfnisse, Verletzungen und Ängste vor Zurückweisung stehen. EFT versucht, diese primären Emotionen und Bedürfnisse zwischen den Partnern bewußt zu machen und in neuer Form zum Ausdruck zu bringen. Dies gelingt dem Ansatz selbst bei Paaren mit schwersten Paarkonflikten, die sich in anderen Verfahren als therapieresistent erweisen. Die Wirkung der Methode ist äußerst nachhaltig und erleichtert Paarberatern die Arbeit selbst mit schwierigen Streitpaaren.

Didaktik

Im Seminar soll das Emotionsfokussierte Verständnis der Paarbeziehung vorgestellt und die grundlegenden Interventionsmethoden kennen gelernt und eingeübt werden. Die im Seminar eingesetzten Methoden werden sein:Theorie-Inputs, Demonstrationssitzungen und -Videos, Rollenspielübungen sowie Selbsterfahrungsübungen und anderes mehr. Das Seminar ist sowohl für Anfänger in EFT als auch für BeraterInnen geeignet, die EFT schon kennengelernt und Erfahrungen gesammelt haben.

Zielgruppe

PaarberaterInnen und -therapeutInnen, die diese neue und extrem effektive Methode kennenlernen wollen, aber auch Erziehungs- und FamilienberaterInnen, die ihre Kompetenzen in der Arbeit mit Elternkonflikten verbessern wollen.

Dozent
Prof. Dr. Christian Roesler, Diplompsychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Professur für Klinische Psychologie und Arbeit mit Familien an der Katholischen Hochschule Freiburg, Lehranalytiker am Aus- und Weiterbildungsinstitut  für Psychoanalytische und
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie am Universitätsklinikum Freiburg (DGPT)

Literaturhinweise

Roesler, C. (in Vorbereitung, 2017): Paarprobleme und Paartherapie – Theorien, Methoden, Forschung. Ein integratives Lehrbuch. Stuttgart: Kohlhammer.

Roesler, C. (2016): Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT) – Die Behandlung von Paaren als Bindungsbeziehungen. In: Themenhaft Bindung, Psychotherapie im Dialog, 17 (3), S. 72-77.

Roesler, C. (2016): Paarbeziehung als Bindung und Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT). Psychotherapeut, 61(1), 43-48. http://link.springer.com/article/10.1007/s00278-015-0070-3

Roesler, C. (2015): Die begrenzte Wirksamkeit bisheriger Paartherapien verlangt neue  Methoden.
Paarinteraktions- und Wirkungsforschung und die Konsequenzen für die Praxis. Familiendynamik 40 (4), S. 336-345.

Roesler, C. (2015): Psychosoziale Arbeit mit Familien. Stuttgart: Kohlhammer.

Johnson, Susan (2010): Emotionsfokussierte Paartherapie. Paderborn: Junfermann.

_________________________________________________________________

 

Vorankündigung Weiterbildungsveranstaltung ab Januar 2018

Arbeiten in Organisationen: Beraten, Mitarbeiten, Leiten

Prof. Dr. Wilhelm Backhausen

Die zunehmende Komplexität im gesellschaftlichen Geschehen stellt nicht nur den psychotherapeutischen Bereich, sondern auch Organisationen vor neue Herausforderungen. Dabei hat sich der systemisch-konstruktivistische Zugang besonders bewährt.

Aufbauend auf diesem Ansatz sollen in dieser Weiterbildung die Prozesse in Organisationen betrachtet und Interventionsmöglichkeiten erarbeitet werden.

Thematische Schwerpunkte:

 Was ist ein angemessenes Organisationsverständnis in einem komplexen Umfeld?
 Was sind Bedeutung und Funktion von Person und Rolle?
 Welche Konsequenzen für den Umgang mit Konflikten lassen sich daraus ableiten?
 Welche veränderten Aufgaben stellen sich damit für Führung?

Ziel ist es, die so gewonnenen Kenntnisse auf Beraten, Mitarbeiten oder Leiten im organisationalen Rahmen anzuwenden.

Ausgangspunkte werden Coachinggespräche zu konkreten Anliegen der Teilnehmenden und Supervision zu organisationalen Themen sein.

Organisatorischer Rahmen:

Dozent: Die Weiterbildung wird von Professor Dr. Wilhelm Backhausen geleitet. Er ist Honorarprofessor an der EBS Universität und Gründer des Beratungsunternehmens “Complex Change” mit den Schwerpunkten systemische Beratung und Coaching von Führungskräften. Er übt seit vielen Jahren Lehrtätigkeiten in systemischem Management, Personal- und Organisationsentwicklung sowie Coaching aus.

Umfang: 6 Wochenendblöcke (Freitag und Samstag, jeweils 10 – 17 Uhr)
plus ca. 4 Supervisionstermine

Start:   Januar 2018

Die Teilnahme am Grundkurs „Paar- und Familientherapie/ Systemische Kompetenz“ wird nicht vorausgesetzt.

Gerne können Sie sich im Sekretariat schon jetzt in die Interessentenliste eintragen lassen.