Systemische Therapie und achtsamkeitsbasierte Praxis

4 – jährige Weiterbildung

Systemische Therapie und achtsamkeitsbasierte Praxis

In diesem innovativen Kursangebot werden die systemische Therapie und die Praxis der Achtsamkeit zusammengeführt und für das therapeutische Handeln nutzbar gemacht.
Die Grundhaltungen der systemischen Therapie und die Achtsamkeitspraxis sind in einer nahen Verbindung zueinander und bieten für die therapeutische Arbeit und für die Selbstreflexion eine ideale Ergänzung.
Beiden Ansätzen ist gemeinsam, dass sie davon ausgehen, dass Menschen in einer selbst konstruierten Wirklichkeit leben. Heilsam ist das Bewusstwerden dieser Begrenzung des Zugangs zur Welt, das auf sich ergänzenden Wegen erreicht wird:

  • durch die Haltungen und Methoden der systemischen Therapie
  • durch die Gegenwärtigkeit und Stille in Meditation und Achtsamkeitsübungen

Systemische Beratung und Therapie strebt eine integral verstandene, heilsame Entwicklung von Körper, Seele und Geist an und Einsichten in die Selbst- und Weltbeziehung. Achtsamkeitsbasierte Praxis fördert diese Entwicklung durch die Einübung in die Kunst einer nicht-wertenden Haltung, der Präsenz im Jetzt und durch die Entwicklung eines differenzierten Spürvermögens.

Präsenz und Mitgefühl sind zentrale Aspekte einer tragenden therapeutischen Beziehung. Diese Beziehung ist das zentrale Wirkprinzip jedweder Therapie und Beratung. Auch hier intensivieren die beiden Ansätze die persönliche Entwicklung der Teilnehmenden.

Zielgruppe

Diese Weiterbildung ist geeignet für Ärztinnen, Psychologinnen, Sozialpädagoginnen und -arbeiterinnen, Heilpädagog*innen und Fachleute aus verwandten Berufen, die in ihrem psychosozialen Arbeitsfeld beratend und / oder therapeutisch mit Einzelnen, Paaren, Familien oder anderen Systemen arbeiten.

Teilnahmevoraussetzungen
  • Hochschul- oder Fachhochschulabschluss mit sozial-/ humanwissenschaftlicher Ausrichtung oder ein qualifizierter Berufsabschluss (mind. 3-jährige Berufsausbildung) im psychosozialen Bereich.
  • Die Weiterbildung ist berufsbegleitend und setzt die Möglichkeit zur Umsetzung des Gelernten in der eigenen beruflichen Praxis voraus.
  • Selbsterfahrung, auch in der Auseinandersetzung mit einer achtsamkeitsbasierten Praxis und die Teilnahme am Schweigeretreat im Benediktushof ist ein essenzieller Bestandteil der Weiterbildung. Die Bereitschaft dazu setzen wir voraus.
  • In einem persönlichen Vorgespräch werden Erwartungen und Ziele der Teilnehmer*innen mit den Bedingungen und Angeboten der Weiterbildung abgeglichen.
Struktur und Umfang

Theorie und Methodik

  • 12 aufeinander aufbauende Kursblöcke (in der Regel montags bis donnerstags, von 9.00 – 18.00h, 3 Kursblöcke/ Jahr)

Supervision

  • 15 SV – Tage
  • weiterbildungsbegleitend in festen Gruppen durch einen konstanten Supervisor
  • Die Supervision findet anhand von Falldarstellungen, Videoaufnahmen oder auch in Live-Supervisionen statt.
  • Das zum Zertifikat führende Kolloquium findet am letzten Kursblock statt.

Selbsterfahrung

Die familienorientierte Selbsterfahrung, sowie die Selbsterfahrung in der Achtsamkeitspraxis findet innerhalb der Kursblöcke statt und wird durch ein Schweigeretreat auf dem Benediktushof im 2. Ausbildungsjahr (Frühjahr 2024) ergänzt und vertieft.

Intervision

Die Kursteilnehmer bilden Intervisionsgruppen, in denen die Inhalte der Kurswochenenden vor- und nachbereitet werden und die für kollegiale Fallbesprechungen genutzt werden (100 UE).

Die Weiterbildung ist von der Landespsychotherapeutenkammer bzw. der Landesärztekammer zertifiziert, die Teilnehmerinnen erhalten bei Bedarf Weiterbildungspunkte.

Abschluss / Kolloquium und Anerkennung

Der FFAK Therapiekurs ist von der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF e.V.) anerkannt und hat damit bundesweit einen hohen Stellenwert.
Der Kurs kann mit dem Zertifikat „Systemische(r) Therapeut*in“ des FFAK abgeschlossen werden, womit das DGSF Zertifikat: „Systemische Therapie und Beratung (DGSF)“ beantragt werden kann

Siehe https://www.dgsf.org/zertifizierung/dgsf/zertifizierung-richtlinien

Für diese Zertifizierung müssen folgende Leistungen erbracht werden:

  • Teilnahme an allen o.g. Weiterbildungsbausteinen
  • 200 dokumentierte Beratungs- bzw. Behandlungsstunden während der gesamten Weiterbildung
  • 100 UE Intervision während der gesamten Weiterbildung
  • Dokumentation von 4 abgeschlossenen Therapie- bzw. Beratungsprozessen, von denen einer mindestens 10 Sitzungen umfasst
  • mindestens 2 Live-, Video- oder Audiosupervisionen
  • Teilnahme an einem Abschlusskolloquium, in dem ein Beratungs- bzw. Therapieprozess ausführlich dargestellt wird.

Die Weiterbildung ist von der Landespsychotherapeutenkammer bzw. der Landesärztekammer zertifiziert, die Teilnehmer*innen erhalten bei Bedarf Weiterbildungspunkte.

Zielsetzung und Inhalt

Zielsetzung

Zu Beginn des Kurses werden Sie mit den Basiselementen systemischen Denkens und Handelns vertraut gemacht: systemische Grundhaltungen, Gesprächs- und Fragetechniken, Genogrammarbeit.
Darüber hinaus werden die zentralen Aspekte der Achtsamkeitspraxis vermittelt.
Verschiedene Formen von Settings und von unterschiedlichen Arbeitsfeldern werden bearbeitet.

Sie werden weitere moderne, evidenzbasierte Ansätze und Zugänge benachbarter, mit der Systemischen Therapie kompatibler Psychotherapieverfahren und die Ansätze des Systemischen, achtsamkeitsbasierten Gesundheitscoachings kennenlernen.

Der letzte Teil wird sich Ihrer Prozesskompetenz in der Arbeit mit besonderen Herausforderungen und Themen, mit Emotionen und Körperlichkeit widmen.
Ihr persönliches professionelles Profil kann herausgearbeitet werden für die Präzisierung von passenden Arbeitsfeldern.
Die Arbeit in und mit Organisationen und Teams wird vorgestellt.
Die Achtsamkeitspraxis wird im Laufe der Weiterbildung durch verschiedene Meditationsformen erweitert.

Ihre Bereitschaft zur Selbsterfahrung ist dabei von großer Bedeutung.

Inhalte

In der Weiterbildung wird das Erlernen der klassischen systemischen Grundhaltungen (Ressourcenorientierung, Kontextbezug, zirkuläre Kausalitäten, Konstruktivismus etc.) und die diese Haltungen unterstützende Methodik vermittelt, eingeübt und erfahrbar gemacht. Die Einführung in die theoretischen Grundlagen ist Teil des curricularen Konzeptes dieser Weiterbildung.

Die zu den systemischen Haltungen passenden Methoden anderer Ansätze werden integriert. Die Verbindung und die Wechselwirkungen von Körper, Emotionen, Seele und Geist stehen dabei im Zentrum, z.B. Systemische Aufstellungsarbeit, das Systemische Gesundheitscoaching, der Embodiment-Ansatz, die Emotionsfokussierte Therapie, die Arbeit mit der „inneren Familie“ u.a.

Die Praxis der Achtsamkeit, die auch eine regelmäßige Meditationspraxis umfassen kann, wird zur Grundlage einer fundierten, persönlich verankerten systemischen Beziehungsfähigkeit in der Therapiebeziehung und damit der Entwicklung der Persönlichkeit der Therapeutinnen und Therapeuten.
Die im Kurs gelehrte Achtsamkeitspraxis entstammt einerseits dem Buddhismus, findet sich aber in gleicher Form auch in anderen mystischen und weltlichen Traditionen. Sie lädt auch ein zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema Spiritualität, einem Thema, das in Therapie und Beratung eine immer größere Rolle spielt.
Der Kurs selbst ist säkular und weltanschaulich nicht gebunden.

Es werden unterschiedliche Settings für Beratung und Therapie und deren methodische Grundlagen vermittelt: die Arbeit mit Einzelnen, mit Paaren, mit Familien, mit Gruppen, mit Organisationen.

Wie profitieren Sie von diesem Kurs?

Die Qualität der Beziehung zwischen Therapeutin/ Therapeut und Klientin/ Klient ist der wichtigste Faktor für den therapeutischen Erfolg, das zeigt die Forschung.
Darüber hinaus ist die eigene Entwicklung von Reflexionsfähigkeit, das Einüben von Gegenwärtigkeit und von bewussterer Lebens- und Beziehungsgestaltung einerseits Grundlage für Ihre Arbeit, andererseits Voraussetzung für die notwendige Selbstfürsorge.
Der hier gewählte Ansatz fördert diesen ganzheitlich verstandenen Entwicklungsprozess und vermittelt eine besondere Haltung zu sich selbst und der Welt.

Kosten

9890,- €

zzgl. Kost und Logis auf dem Benediktushof

Für das zum Zertifikat „Systemische Therapie und Beratung (DGSF)“ notwendige Kolloquium und die Überprüfung der Zertifizierungsbedingungen fällt eine zusätzliche Gebühr von 500,- € an.

Dozent*innen

Die kontinuierliche Leitung des Kurses und der Supervision liegt in den Händen von Menschen, die als Therapeutinnen und Therapeuten / Ausbildungsleiterinnen und Ausbildungsleiter sehr erfahren sind. Auch das ist eine Besonderheit dieser Weiterbildung.

Leitung: Matthias Lauterbach, Martina Allgäuer, Stefan Schmidt und weitere FFAK Dozent*innen
Supervision: Helmut Wetzel und Uli Pfeiffer-Schaupp

Termine und Anmeldung

Die Inhalte und die Ausbildungsleiterinnen und Ausbildungsleiter werden Ihnen im Rahmen der kostenfreien Online Informationsabende vorgestellt.

Die erste Informationsveranstaltung findet am 28.9.2022 von 18.00-20.00h statt.

Start der Ausbildung: Frühjahr 2023 Ende: Herbst 2026

Termine 2023 und 2024

13. – 16.03. 2023 10. – 13.07.2023 27. – 30.11.2023

08. – 12.03.2024 24. – 27.06. 2024 07. – 10.10.2024

Termine 2025 und 2026

N.N.