Aufbaukurs „Systemische Therapie und Beratung"


Diese Weiterbildung ist geeignet für MedizinerInnen, PsychologInnen, SozialpädagogInnen und -arbeiterInnen, HeilpädagogInnen und Angehörige verwandter Berufe, die in ihrem psychosozialen Arbeitsfeld beratend und/ oder therapeutisch mit Einzelnen, Paaren, Familien oder anderen Systemen arbeiten und die diese Tätigkeit auf der Basis systemischer Grundhaltungen, Grundannahmen und den daraus resultierenden systemischen Methoden durchführen wollen.

Seit 2015 mit der Neukonzeption des Aufbaukurses gibt es die Möglichkeit, sowohl einen Abschluss als "Systemische/r Berater/In" wie auch einen Abschluss als "Systemische/r Therapeut/In" zu erwerben und diese durch den Dachverband "Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie" (DGSF) zertifizieren zu lassen.

Wir verstehen Beratung und Therapie als zwei Hilfesysteme, zwischen denen es kein striktes Entweder - Oder gibt. Vielmehr kommen sie in vielen psychosozialen Kontexten gleichzeitig als sich ergänzende und überlappende Hilfsangebote vor, die bei aller Verschiedenheit auch viele Gemeinsamkeiten aufweisen.

Deshalb wird der Aufbaukurs "Systemische Beratung undTherapie" nicht in zwei getrennten Weiterbildungsgängen, sondern in einem gemeinsamen Aufbaukurs angeboten. Durch gemeinsames Lernen und den interdisziplinären und berufsübergreifenden Austausch der TeilnehmerInnen mit unterschiedlichen Ausbildungen und Arbeitskontexten wird ein hohes Maß an Kontextsensibilität und Vernetzungskompetenz erworben. Die Vielfalt der Weiterbildungsgruppe bezüglich Grundberuf, Berufstätigkeit und Berufserfahrung gewährleistet eine kontextbezogene Verknüpfung der vermittelten systemischen Ansätze. Gleichzeitiug ermöglichst das Lernen in einer festen Ausbildungsgruppe und mit festen GruppenleiterInnen bei wechselnden Co-LeiterInnen eine Balance zwischen Vielfalt und Kontinuität und ein prozessorientiertes Lehren und Lernen in dessen Zentrum die Entwicklung der eigenen Therapeutenpersönlichkeit steht.

Der Aufbaukurs gliedert sich in zwei Abschnitte:

Teil I umfasst:

  • 8 aufeinander aufbauende Kursblöcke
  • Supervision
  • Selbsterfahrung
  • eine Wahlveranstaltung aus den zusätzlichen Veranstaltungen des FFAK

Inhalt:

Orientiert am Verlauf eines Therapie- bzw. Beratungsprozesses werden Theorie, Grundhaltung und Technik systemischen Arbeitens im Familien-, Paar- und Einzelsetting vermittelt. Dies findet in engem Bezug auf die jeweiligen Kontexte der Weiterbildungsteilnehmer mit ihren spezifischen Anforderungen an das beraterische und therapeutische Handeln statt. Verschiedene kontextspezifische Problemstellungen können so mit den vermittelten systemischen Ansätzen und Interventionen verknüpft und vertieft werden.

Nach Abschluss von Teil I des Weiterbildungskurses kann ein Colloquium absolviert  und so das FFAK-Zertifikat "Systemische Beraterin / Systemischer Berater" erworben werden. Dieses erfüllt die Voraussetzungen für eine entsprechende Anerkennung und Zertifizierung durch den Dachverband DGSF.

Teil II umfasst:

  • 5 curricular festgelegte Kursblöcke
  • Supervision
  • Selbsterfahrung
  • eine Wahlveranstaltung aus den zusätzlichen Veranstaltungen des FFAK

Inhalt:

Inhaltlich fokussiert dieser Abschnitt auf für ein therapeutisches Arbeiten zentrale Aspekte des Beziehungserlebens und -gestaltens. Im Mittelpunkt stehen dabei die Beziehung unserer Klienten zu sich selbst und zu ihrem Umfeld, die Beziehungen innerhalb eines Klientensystems und nicht zuletzt die therapeutische Beziehung von uns zu unseren Klienten. Darüber hinaus sollen in diesem Abschnitt der Weiterbildung ein systemisches Verständnis für Symptombildungen und spezifische Störungsbilder sowie die entsprechenden therapeutischen Ansätze vermittelt werden.

Der Kurs kann nach Abschluss von Teil I und II mit einem Abschlusskolloquium und einem FFAK-Zertifikat beendet werden, das die Beantragung des DGSF-Zertifikats "Systemischer Therapeut/ Systemische Therapeutin" ermöglicht.

Selbsterfahrung

Im Teil I finden zusätzlich zu den Wochenendkursen zwei jeweils 3-tägige Selbsterfahrungsseminare in einem Tagungshaus außerhalb von Freiburg statt; im Teil II gibt es dann eine weitere 3-tägige Selbsterfahrungseinheit. Im Mittelpunkt steht die Reflexion der eigenen Werte, Normen und Verhaltensmuster vor dem Hintergrund der persönlichen Familiengeschichte. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit für die eigenen Muster zu schärfen und einen guten Zugang zu den eigenen Ressourcen zu entwickeln.

Supervision

Die Supervision umfasst im Teil I und II jeweils 12 Supervisionssitzungen à 3 Unterrichtseinheiten (UE). Diese Gruppensupervision mit 7 – 8 TeilnehmerInnen findet in 4 – 6 wöchentlichem Abstand statt und wird von einer konstanten Supervisorin geleitet. Hinzu kommen im Teil I noch 3 und im Teil II noch 2 Supervisionstage (samstags) mit wechselnden Supervisorinnen. Die Supervision findet anhand von Falldarstellungen, Exzerpten, Videoaufnahmen oder auch in Livesupervisionen statt.

Intervision

Die Kursteilnehmer bilden Intervisionsgruppen, in denen die Inhalte der Kurswochenenden vor- und nachbereitet werden und die für kollegiale Fallsupervisionen genutzt werden. Der Abschluss ’Systemische/r Berater/in DGSF’ setzt 80 UE Intervision während der gesamten Weiterbildung voraus (Grundkurs eingeschlossen), für den Abschluss ‚Systemische/r Therapeut/in DGSF’ müssen weitere 20 UE Intervision nachgewiesen werden.

Eigene Praxis

Die Weiterbildung ist berufsbegleitend und setzt die Möglichkeit zur Umsetzung des Gelernten in der eigenen beruflichen Praxis voraus. Für den Abschluss ‚Syst. Berater/in DGSF’ sind 70 dokumentierte Beratungs-/ Behandlungsstunden während der gesamten Weiterbildung erforderlich (Grundkurs eingeschlossen), für den Abschluss ‚Syst. Therapeut/in’ weitere 130 Beratungs-/ Behandlungsstunden.

Abschlusscolloquien

Die zum Zertifikat führenden Colloquien finden nach Abschluss des Teils I bzw. des Teils II der Weiterbildung in der Gruppe statt und werden als Supervisionsstunden angerechnet.

Abschluss und Anerkennung

Die Weiterbildung ist von der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie DGSF anerkannt und hat damit bundesweit einen hohen Stellenwert.

Grund- und Aufbaukurs Teil I können mit dem Zertifikat „Systemische Beratung“ des FFAK abgeschlossen werden, womit die Anerkennung als „Systemische/r Berater/in DGSF“ erworben werden kann.

Für die Zertifizierung müssen neben der regelmäßigen Teilnahme an allen bereits oben genannten Weiterbildungsbausteinen und der Dokumentation von 70 Beratungs- bzw. Behandlungsstunden (s. o.) noch folgende Leistungen erbracht werden:

  • Dokumentation von 3 abgeschlossenen Beratungs- bzw. Therapieprozessen
  • 1 Live-, Video- oder Audiosupervision
  • Teilnahme an einem Abschlusscolloquium, in dem ein Beratungs- bzw. Therapieprozess ausführlich dargestellt wird

Grund- und Aufbaukurs Teil I und II können mit dem Zertifikat „Systemische Therapie“ des FFAK abgeschlossen werden, womit die Anerkennung als „Systemische/r Therapeut/in DGSF“ erworben werden kann.

Für diese Zertifizierung müssen neben der regelmäßigen Teilnahme an allen bereits oben genannten Weiterbildungsbausteinen und der Dokumentation von insgesamt 200 Beratungs- bzw. Behandlungsstunden (s. o.) noch folgende Leistungen erbracht werden:

  • Dokumentation von 4 abgeschlossenen Therapie- bzw. Beratungsprozessen, von denen einer mindestens 10 Sitzungen umfasst,
  • mindestens 2 Live-, Video- oder Audiosupervisionen,
  • Teilnahme an einem Abschlusscolloquium, in dem ein Beratungs- bzw. Therapieprozess ausführlich dargestellt wird.

Die Weiterbildung ist von der Landespsychotherapeutenkammer bzw. der Landesärztekammer zertifiziert, die Teilnehmer erhalten bei Bedarf Weiterbildungspunkte.

Teilnahmevoraussetzungen für den Aufbaukurs

  • Grundkurs „Paar- und Familientherapie/ Systemische Kompetenz“ des FFAK oder eine äquivalente systemische Weiterbildung eines anderen Institutes.
  • Hochschul- oder Fachhochschulabschluss mit sozial-/ humanwissenschaftlicher Ausrichtung oder ein qualifizierter Berufsabschluss ( mind. 3-jährige Berufsausbildung ) im  psychosozialen Bereich
  • Berufstätigkeit, die die Umsetzung des Gelernten in die tägliche Praxis ermöglicht.

In einem persönlichen Vorgespräch werden Erwartungen und Ziele der Teilnehmer mit den Bedingungen und Angeboten der Weiterbildung abgeglichen.

Kosten

Die Gesamtkosten für den Aufbaukurs inklusive Supervision, Selbsterfahrung und Wahlveranstaltungen betragen:

  • Aufbaukurs Teil I  ohne Zertifikat ‚Syst. BeraterIn’           3.600,- €
  • Aufbaukurs Teil I  mit Zertifikat ‚Syst. BeraterIn’              4.000,- €
  • Aufbaukurs Teil II  mit Zertifikat ‚Syst. TherapeutIn’       3.300,- €
  • Gesamtbuchung Teil I u. II mit Zert. 'Syst. TherapeutIn'   6.550,- €

Ermäßigung:

Wird Aufbaukurs Teil I u. II mit Zertifikat ‚Syst. TherapeutIn’ zusammen gebucht, so betragen die Gesamtgebühren 6.550,- €, was eine Ersparnis von 350,- € bedeutet.

Die Teilnahmegebühren werden in halbjährlichen Raten fällig.

Zusätzlich und persönlich bezahlt werden müssen die Übernachtungs- und Verpflegungskosten für die 2 bzw. 3 jeweils dreitägigen Selbsterfahrungsblöcke in einem Seminarhotel im südlichen Schwarzwald.

Beginn des nächsten Kurses: 6.10.2017

Dieser Kurs ist ausgebucht.

Der nächste Aufbaukurs startet voraussichtlich im am 7.12.2018.